Der Mund ist aufgegangen//Vom Geschmack der Kindheit

Tilman Allert
Der Mund ist aufgegangen

Vom Geschmack der Kindheit

Hardcover, 96 Seiten
Format: 11.5 x 18 cm
Erscheinungstermin: Oktober 2016
ISBN 9783866745360

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Inhalt

Marcel Proust hat der Madeleine ein literarisches Denkmal gesetzt, Günther Grass die »Ahoj«-Brause in der »Blechtrommel« verewigt. Doch wer feiert heute noch den süßen Schmerz, den der Genuss eines Himbeerbonbons verursachte, wer erinnert sich an das Lässigkeitsversprechen des Kaugummis, dem heimlichen Verbündeten der Reeducation, wer gedenkt noch der giftgrünen Verheißung der »Götterspeise«?

Mit diesen überaus amüsanten Capriccios, in denen hie und da etwas Wehmut aufscheint, lässt Tilman Allert die Geschmäcker einer Kindheit in den frühen Jahren der Bundesrepublik aufleben: wie ein vorsorglich in der Hosentasche verstautes »Vivil« über die Befangenheit vor dem ersten Kuss hinweghalf, was der verlockend leuchtende Liebesapfel seinem Esser an Geschicklichkeit abverlangte, welcher Zungenakrobatik es bedurfte, um die Hostie vom Gaumen zu lösen und wie ein Kamillendampfbad dem Kranken alle Sinne gleichermaßen vernebelte – einfach unwiderstehlich und höchst amüsant.



Pressestimmen

»Streng wissenschaftlich und amüsant mit Simmels Soziologie und Plessners Anthropologie gedeutet.«
Lorenz Jäger in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Weihnachtsempfehlungen der Redaktion, 28. November 2016

»Selten wurden wohl die Vorgänge und Empfindungen in Mund und Rachen so genau und anschaulich beschrieben. Nie verharrt Tilman Allert bei der bloßen sinnlichen Erregung, immer auch sucht der Phänomenologe kluge und überraschende Anschlüsse an kulturhistorische und alltagssoziologische Diskurse.«
UniReport 6/16 der Goethe-Universität Frankfurt, 8. Dezember 2016

»Das Büchlein über den kindlich aufgegangenen Mund ist für die sinnliche und nachsinnende Rekapitulation von Erwachsenen geschrieben, die sich gern auf Erinnerung und Eloquenz einlassen. Denen wird es ausnehmend gut schmecken.«
Viola Bolduan in: Wiesbadener Kurier, 4. Januar 2017


»Hochbekömmliche Essaypralinen über kindliche Geschmackserfahrungen.«
Marc Reichwein in: Die Literarische Welt, 24. Dezember 2016


»Allert i(s)st ausgewogen genug, den Lesern auch grausame Geschmackserfahrungen zuzumuten.«
Hendrik Werner in: Weser-Kurier, 19. Januar 2017


»... diese Texte kommen ganz leicht daher. Doch sie sind auch präzise formuliert. Präzise und ein wenig stimmungsvoll. (...)  So hat Allerts Buch noch eine schöne andere Wirkung: Man erinnert sich an die eigene Kindheit...«
Franz Joachim Schultz in: alliteratus.com, April 2017