Joseph Roths Flucht und Ende//Erinnerungen

Soma Morgenstern
Joseph Roths Flucht und Ende

Erinnerungen

Herausgeber: Schulte, Ingolf;
Hardcover mit Schutzumschlag, 330 Seiten
Format: 13.2 x 20.5 cm
Erscheinungstermin: Dezember 2006
ISBN 9783866740020
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Inhalt

Morgensterns Erinnerungen an Joseph Roth beginnen um 1909, als die beiden Gymnasiasten sich zum ersten Mal sahen, und enden im Mai 1939 mit dem Begräbnis Roths in Paris. Ihre Freundschaft hatte eine wechselvolle Geschichte, die sich durch Roths wachsende Alkoholabhängigkeit und seine konservativen Neigungen verdüsterte, zumal unter den Bedingungen des Exils, das Morgenstern 1938/39 in einem kleinen Pariser Hotel mit Roth teilte.

Leseprobe

»Diesmal führte er mich in eine abseitige Allee, wo es zu dieser Tageszeit menschenleer war. Als wir dort im Schatten saßen, sagte er zu mir: ›Weißt du, warum ich dich hierhergeschleppt habe? Ich wollte dich bitten, daß du mir meine zwei Lieblingslieder singst. In unserem Zimmer im Hotel ist vermutlich niemand zum Singen und auch nicht zum Hören aufgelegt.‹ Ich sang ihm also zuerst das jüdische Lied Es war einmal eine Geschichte, und auf sein weiteres Drängen auch das ukrainische Hyla, hyla. Mit beiden Händen auf seinen Stock gestützt, gesenkten Kopfs, hörte er zu, dann schwieg er eine lange Zeit, und ich sah, wie seine Tränen auf seine bleichen Hände fielen.
Mir stockte der Atem. Ich hatte Roth in nüchternem Zustand noch nie offen weinen sehn. Es war das letzte Mal, daß ich ihm ein Lied gesungen habe. Es war sein letzer Spaziergang. «

Pressestimmen

»Dieses Buch ist ein prall gefülltes literarisches Schatzkästchen.«
Lothar Baier, Süddeutsche Zeitung

Lesen Sie hier eine Rezension in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf www.faz.net

»Die Erinnerungen an Joseph Roths Flucht und Ende sind ergreifend. Nicht zuletzt durch den aus Behutsamkeit und Unaufgeregtheit gemischten Ton seines Freundes Soma Morgenstern.«
Fritz J. Raddatz, Die Zeit

Lesen Sie hier die vollständige Rezension auf zeit.de

»Joseph Roths Flucht und Ende sollte als eines der großen Freundschaftsbücher der deutschen Literatur gelten, die nur im Angesicht der Furie des Verschwindens entstehen können.«
Detlev Claussen, Frankfurter Rundschau


»Morgenstern ist ein glänzender Erzähler, ein Meister der beiseite gesprochenen Wahrheiten.«
Arno Widmann, die tageszeitung


»Es ist ein wunderbares Buch der Freundschaft, con amore geschrieben, aber nicht in kritikloser Verehrung.«
Lothar Baier, SFB-Buchzeit


Zur Gesamtausgabe: »Dem zu Klampen Verlag gebührt das Verdienst, jenen bis in die neunziger Jahre so gut wie unbekannten Autor durch eine elfbändige Werk-Ausgabe ins literaturwissenschaftliche Bewusstsein gehoben zu haben, wo ihm verdiente Rettung vor dem Vergessenwerden winkt.«
Südostdeutsche Vierteljahresblätter, Heft 2/2000